Auf der Fahrt zum vereinbarten Termin fiel die Tachoanzeige aus und die rote Warnleuchte leuchtete auf. Kurz vor dem Rüsselsheimer Dreieck zuckte der Zeiger kurz, die Warnleuchte erlosch, aber sofort zeigte sich das gleiche Fehlerbild. Vermutlich ein Kollateralschaden der Schläge auf die Bremsscheibenträger. In der Werkstatt angekommen, wurde auch der zusätzliche Fehler festgestellt.
Das Ersatzfahrzeug war eine 17 Jahre alte F650GS mit durchgesessener Sitzbank. Aber was soll's.
Bereits eine Woche später rief der Kundendienstleiter an und teilte mit, dass Heidi abholbereit sei. Auf die Frage, ob der ABS-Fehler auch behoben sei, wurde ich in die Warteschleife gelegt und nach ein paar Minuten kam die Antwort, dass Heidi am Tester hänge und es noch etwas dauern würde.
Ein paar Tage später meldete sich der Servicemeister mit der Hiobsbotschaft - das ABS müsse komplett getauscht werden - 1050 € plus 180 € für den Einbau. Ein Austausch auf Kosten von BMW käme nicht infrage, da das Fahrzeug bereits 6 Jahre alt sei. BMW würde mir aber entgegenkommen und die Hälfte der ABS-Kosten übernehmen, da Heidi erst 7500 km auf dem Tacho hat. Wie großzügig für schlecht konstruierte Bauteile. Nach ein paar Stunden Bedenkzeit und dem Hinweis, dass der Fehler wohl eher in der Peripherie oder den Steckverbindungen zu suchen sei, stimmte ich der Reparatur zu.
Einige Tage später rief mich der Kundendienstleiter an und teilte mir mit, dass der Fehler durch den Austausch des ABS nicht behoben worden sei und dass mein altes ABS wieder eingebaut werde. Beim Einbau stellte die Werkstatt fest, dass das Ein- und Ausstecken von Kabeln den Fehler behebt. Also haben sie alle Stecker mehrmals ein- und ausgesteckt und damit das Problem behoben. Die Reparatur wäre für mich auch kostenlos. Das war's.
Bevor ich Heidi abholte, wurde das Ersatzfahrzeug an einer Tankstelle in der Nähe der Werkstatt betankt. Danach sprang es nicht mehr an, weil die Batterie leer war. Also wurde das Geschwür in die Werkstatt geschoben und meine F800R freudig in Empfang genommen. Einen R90S Schlüsselanhänger gab es auch noch gratis - danke.
Nach ca. 10 km kurz vor dem Frankfurter Flughafen fiel der Tacho wieder aus und die rote Warnlampe leuchtete wieder auf. Also wenden und zurück in die Werkstatt. Am Rüsselsheimer Dreieck ging alles wieder. Nun erfuhr ich, dass der Fehler am hinteren ABS-Sensor bei 140 km durch einen gebrochenen Hauptkabelbaum verursacht wurde. Dieser war schon bei der Montage im Werk falsch eingebaut worden. Der Kabelbaum wurde von der damaligen Werkstatt repariert. Hätte ich das damals gewusst, hätte ich die BMW zurückgegeben! Jetzt vermutet die Werkstatt noch eine fehlerhafte Reparaturstelle oder einen defekten ABS-Sensor hinten.
Mein Ersatzfahrzeug ist diesmal eine F750GS mit 670 km auf der Uhr.

