AJS 16MS von 1954AJS 16MS von 1954 "Aischa"

Baujahr: 1954
Fahrgestellnr.: A20xxx
Erstzulassung: Juli 1954
gekauft am: 18.05.2007
km bei Kauf: 84.176 (vor Restaurierung)
verkauft am: 26.04.2014
km bei Verkauf: +20

Ausführung:
Exportmodell mit Erstauslieferung nach Indonesien. Mit km-Tacho, Pancake-Luftfilter und Bosch Lichtschalter. Ursprünglich war auch eine originale Crashbar und eine Scheibe montiert. Über dem Rücklicht hat sie eine spezielle Rücklichtabdeckung vom indonesischen Importeur.


 

Ja, Aischa hat einen neuen Besitzer gefunden.

Als Besitzer von Mopeds und Autos im originalen Zustand, war Aischa genau das was er suchte.
Damit ist er genau der Richtige und ich hoffe er hat viele Jahre Freude an ihr.

Hier die letzten Bilder: Aischa und ihr verlassener Standplatz.

Aischas Abschied Aischas verlassener Standplatz

AMC (Associated Motor Cycles) war ein großer englischer Motorradkonzern, der unter seinem Dach neben diversen kleinen Herstellern vor allem die beiden Premiummarken Matchless und AJS beherbergte.
Schon 1907 hatten die Gebrüder Collier mit einem ihrer hervorragenden Matchless-Motorräder die allererste Tourist Trophy auf der Isle of Man gewonnen. 1931 konnten sie den in Insolvenz gefallenen Konkurrenten AJS erwerben, wo man stets erfolg- und variantenreiche Sportmaschinen gebaut hatte, sich dabei aber in der Typenvielfalt wie auch in Sachen wirtschaftlicher Produktion verzettelt hatte. Bis zum Krieg beließ man AJS seine konstruktive Eigenständigkeit, die unter anderem in einer einzigartigen V4-Kompressor-Rennmaschine und der bis in die 1950er Jahre erfolgreichen A90/A95  „Porcupine“ (Stachelschwein) zum Ausdruck kam.

Während des 2. Weltkrieges konstruierte Matchless die epochale G 3 L, die zu einem der erfolgreichsten englischen Militärmotorräder wurde. Für lange Jahrzehnte setzten sowohl der unverwüstliche Einzylindermotor - zunächst nur mit 350, später auch mit 500 cm³ - und die hydraulisch gedämpfte Teleskopgabel Maßstäbe. Genau mit diesen Features wurden nach dem Krieg die zivilen Motorräder von Matchless und AJS ausgestattet - nunmehr konstruktiv identisch und damit ein frühes Beispiel von „Badge Engineering“.

Die hier angebotene 350er AJS vom Typ 16MS repräsentiert den Stand von 1954 und damit das vielleicht attraktivste Baujahr dieser Modellreihen. An der hinteren Schwinge taten noch die berühmten „Jampot“-Stoßdämpfer ihren Dienst, benannt nach ihrem voluminösen Äußeren, das eben an - genau: Marmeladeneimer gemahnte. Das für seine Robustheit gleichermaßen wie für seine präzise Schaltung berühmte Burman-Getriebe kam hier ebenso noch zum Einsatz wie der LUCAS-Zündmagnet. Einzigartig am Modelljahr 1954/55 waren außerdem die hinreißenden Positionslichter („pilot lamps“) links und rechts des Hauptscheinwerfers.

Unser Exemplar hört auf den Namen „Aisha“ - das ist gleichermaßen eine Verneigung vor ihrem Markennamen, den die Engländer liebevoll zu „Ajay“ verschliffen, wie auch vor ihrer Herkunft aus jahrzehntelangem indonesischem Exil. Durchaus nicht unüblich, kamen viele tausend englische Motorräder bei den britischen Kolonialbehörden gerade im indo-asiatischen Teil der Welt zum Einsatz. Aisha, im Neuzustand nach Indonesien ausgeliefert, kam erst zu Beginn des neuen Jahrtausends mit einem zurückkehrenden Entwicklungshelfer nach Deutschland. 2007 fand sie den Weg in die Hände ihres Restaurators, der liebevoll ihren weitestgehend originalen Lack und ihre Embleme erhielt, sie aber technisch von Grund auf überholte.

Motor und Getriebe wurden komplett zerlegt, überarbeitet und  - wo nötig - mit Neuteilen instandgesetzt. Der originale Zündmagnet wurde überholt und ist nun wieder für viele hundert Betriebsstunden einsatzbereit. Dies gilt auch für den wunderschönen Smiths-Chronometric-Tachometer, der nach außen hin ebenfalls seine einzigartige Patina behalten durfte. Die gesamte Elektrik wurde auf einen zeitgemäßen Stand der Technik gebracht; die auf 12 Volt umgewickelte Lichtmaschine versorgt nun, von einem elektronischen Regler in Zaum gehalten, einen H4-Scheinwerfer, Rück- und Bremslicht, die Hupe und natürlich die beiden funktionstüchtigen „pilot lamps“. Selbstverständlich ist Aisha neu bereift, stilecht mit englischen AVON-Reifen. Alle Züge wurden erneuert, der ultra-seltene AMAL-76-Vergaser „Pre-Monobloc“ wurde gereinigt und revidiert.

Besonders hinweisen möchten wir auch auf zwei liebevolle Details: zum einen den originalen Nummernschild-Träger auf dem vorderen Schutzblech (selbstverständlich mit Kantenschutz und damit TÜV-konform), zum anderen die vom indonesischen Importeur nachgerüstete Abdeckung des Rück- und Bremslichts - eine wahrhaft künstlerische Metallarbeit (aber leider vom TÜV nicht abgenommen... ).

Aisha hat soeben die Vollabnahme nach § 21 StVZO beim TÜV bestanden und ist auch gleich mit einem H-Gutachten nach § 23 StVZO ausgestattet worden. Ihr langhubiger Einzylinder-ohv-Motor - 69 Millimetern Bohrung stehen 93 Millimeter Hub gegenüber! - setzt das Motorrad schon bei niedrigen Drehzahlen mit einem unvergleichlichen Dampfhammer-Schlag in Bewegung. Grundsolide 18 PS machen die AJS am ehesten mit ihren deutschen Zeitgenossinnen Horex Regina oder NSU Max vergleichbar - im Gegensatz zu diesen beiden sieht man eine solche Augenweide wie Aisha aber nicht an jeder Straßenecke!

Mit dem Motorrad erhalten Sie neben allen erforderlichen Papieren auch ein Echtheitszertifikat des AJS and Matchless Owners Club Ltd.

Text von Jan, weitere Bilder auf forum.jampot-germany.de/g61-Aischa-AJS-MS-restauriert.html

 AJS 16MS, 350ccm, 1954, zu verkaufen AJS 16MS, 350ccm, 1954, zu verkaufen

AJS 16MS, 350ccm, 1954, zu verkaufen     AJS 16MS, 350ccm, 1954, zu verkaufen     AJS 16MS, 350ccm, 1954, zu verkaufen

Es waren letztendlich nur noch ca. 5 Stunden bis Aisha auf der Straße war. Aber ich greife vor.

Da ich an Aisha die Lust verloren hatte, sie aber besser im Fahrvereinen Zustand zu verkaufen ist, habe ich mich mit Jan geeinigt sie in seine Werkstatt zu stellen und gemeinsam an der Fertigstellung zu arbeiten.
Zunächst wurde der neue Bremslichtschalter mit einem speziell angefertigten Blech montiert (2 Stunden), dann die Elektrik in der Lampe verschaltet (2 Stunden) und mit Öl und Benzin gefüllt.
Ein paar Tritte und sie läuft. Nach ca. 30 Jahren des Stillstands.

Hier der Link zum Erweckungsfilm.

Am folgenden Wochenende wurde noch Gabelöl eingefüllt und etwas in den Primärkettenkasten gegeben. Mit der roten Nummer von Hermes wurden die ersten 12 km erfolgreich Absolviert. Hat einen tierischen schlag mit ein paar Fehlzündungen. Die Ursache hierfür war der nicht gezogene Choke. Sie lief trotzdem. Was leider nicht funktionierte war die Lima.
Da sie komplett mit Teilen von Hawker Engineering überholt wurde wurde die suche auf das nächste Wochenende verschoben. Immer mit einem Erfolgserlebnis aufhören.

AJS 16MS AJS 16MS

AJS 16MS AJS 16MS

Das mit der Lima war einfach. Ich habe zuerst den Regler geöffnet, der ein elektronisches Innenleben (VReg-2) samt 3 Sicherungen bekommen hat. Mein Verdacht einer durchgebrannten Sicherung, wie bei der AJS 31 DeLuxe bestätigte sich nicht. Allerdings vergaß ich den kleinen Link durchzusetzen, damit der Regler auf 12V arbeitet. Als 6V Regler in einem 12V Bordnetz Kann er natürlich nichts Laden. Also den Link getrennt und schon geht es. (1 Stunde).


Jetzt ist sie fertig und benötigt nur noch eine Vollabnahme.

Da denkt man, noch ca. 10 Stunden Arbeit bis der Motor läuft und schon rächen sich Annahmen der Vergangenheit.

Ich hatte ein neues Ritzel eingebaut und gesehen, dass in der Teileliste zwei Unterlegscheiben angegeben sind. Ich hatte jedoch  nur eine.
Nachdem ich keine Zweite auftreiben konnte, habe ich mir eine gedreht. Dann das Ganze montiert und auch alles andere, was mit dem Primärantrieb zu tun hat (Limaantrieb, Ruckdämpfer, Kupplung etc.).

Heute nun wollte ich mal gut 5 Stunden, der 10 Stunden bis der Motor läuft abarbeiten. Also (Sekundär-) Kette gespannt und das Malheur bemerkt.
Die Kette schleift mit dem Kettenschloss am Primärantriebdeckel.
Nun das Ganze auseinander gebaut (erst musste ich mir einen 32er auf 1ww (~42mm) aufschleifen) und die zusätzliche Scheibe entnommen.

Nach dem Zusammenbau hat es wieder geschliffen. Also wieder auseinander und eine Unterlegscheibe von hinten unter den hinteren Primärdeckel.
Alles wieder montiert. Jetzt schleifte aber der Kupplungskorb am hinteren Primärantriebdeckel.

So geht es also nicht!

Jetzt habe ich erst mal das alte Ritzel gesucht und mit dem Mikrometer die Dicke gemessen. Auch an dem neuen Ritzel und den zwei Unterlegscheiben.

Das Ergebnis:

  • Altes Ritzel (9,56) + originale Unterlegscheibe (1,94) = 11,50 mm
  • Neues Ritzel (10,34) + gedrehte Unterlegscheibe (1,15) =11,49 mm

Sollte also funktionieren.
Was sich nach dem erneuten Zusammenbau bestätigte. Und dann Feierabend gemacht.

...noch ca. 10 Stunden bis der Motor läuft - wenn nichts dazwischenkommt.

Aktuelle Bilder der Restaurierung

Um es mir etwas einfacher zu machen habe ich die neusten Bilder über den Restaurierungsfortschritt in die Bildergalerie des Jampot-Germany Forums gestellt.
Das Forum erreicht Ihr unter http://65936.homepagemodules.de/
Die Bildergalerie von Aischa ist unter http://65936.homepagemodules.de/g1-Aischa.html

AJS 16MS - Restaurierungsstand Ende April 2010

Nachdem ich im Mai zum letzten Mal über den Restaurierungsforttschritt berichtet hatte, hier nun das Update.

Alle Arbeiten sind soweit gemacht. Nun geht es an das Zusammenbauen.
Die Kurbelwelle hat noch ein zu großes axiales Spiel.

Hier mal ein paar Bilder:

Die Räder fertig zum EinbauDie Teile im Regal

Rahmen- und GabelteileDer AJS Motor

Auch wenn hier schon seit längerem keine neuen Beiträge zur AJS16MS Restaurierung erschienen sind heißt das nicht, dass ich untätig war.

Der aktuelle Stand:

  • Am Fahrwerk ist soweit alles gemacht. Allerdings noch nicht zusammengebaut. Liegt alles schön in Schachteln und Kartons.
  • Der Zündmagnet ist von Seuwen gemacht.
  • Den Kopf hat Jürgen gemacht.
  • Vergaser hatte Paul schon gemacht.

Was noch zu tun ist:

  • Die Räder sind soweit zerlegt, nur die Radlager müssen noch ausgepresst werden.
  • Die Bremsen müssen neu gemacht werden. War viel Lagerfett drin.
  • Teile für Bremsen und Naben sind schon bestellt.
  • Dann gibt’s noch drei neue Speichen für hinten und neue Avons.
  • Die Lima muss noch gemacht werden
  • Das Getriebe wird zerlegt und gereinigt. Ansonsten sollte es OK sein.
  • Die Kurbelwelle muss noch raus um das Pleuel zu entrosten. Die Hauptlager sind aber OK. Deshalb bleibt die Kurbelwelle zusammen.

Tja, und dann wird das Ganze zusammengebaut.

Zieldaten sind: Motorstart in diesem Jahr (im Winter), erste Fahrt im nächsten Jahr.

Im August habe ich mit dem Lucas N1 Magnetzünder angefangen. Das Zündkabel ist verhärtet und das Kontaktplätchen korrodiert. 

Zunächst habe ich den Magnet mit Lackabbeizer eingepinselt und für ein paar Tage luftdicht verpackt. Danach hat sich die grüne, Hammerschlag-ähnliche Farbe gut gelöst. Von Außen war das Finish gut. Nun sollte es zu Radio-Seuwen zur inneren Instandsetzung gehen.

Da ich mir nicht sicher war, ob der Magnet überhaupt defekt ist, gab mit Herr Seuwen folgenden Tipp:

Den Magnet in eine Drehmaschine einspannen und mit 200-500 U/min laufen lassen. Das sollte einen Funken von 6 - 7 mm geben. Wenn das geklappt hat, den Magnet in den Backofen legen und auf 70 - 80°C erwärmen. Dann den Test nochmals durchführen. Ist der Funke immer noch gut, hat der Magnet kein Problem.

Ich habe den Magnet in meine Ständerbohrmaschine eingespannt. War einfacher zu adaptieren. Bei 600 U/min brachte der Magnet es auf einen Funken von 1,6 mm Länge am Zündspannungstester. Viel zu wenig.
Also habe ich den Magnet zu Seuwen geschickt und zur Veterama bei Ihm am Stand wieder abgeholt.

Defekt waren die beiden Lager und der Zündnagel. Der Magnet wurde aufmagnetisiert. Rotor samt Kondensator sind einwandfrei. Auch bemerkte er das der Magnet in sehr feuchter Gegend (Indonesien) eingesetzt wurde, da er innerlich angelaufen war. Er hat ihn bei niedriger Drehzahl und bei bis zu 75°C getestet. Er lieferte immer einen 10 mm Funken. Die Reparatur und die Rechnung machen einen sehr guten Eindruck. Wenn der Magnet sich dann im Einsatz noch bewährt ist Radio-Seuwen ein guter Tipp.

Montiert auf den Halter mit neuem Zündkabel und -Stecker ist er fertig zum Einbau (Bild folgt).

Zunächst wollte ich ja nur ein paar Teile nebenher aufarbeiten und mit der eigentlichen Restaurierung erst beginnen, wenn die AJS 31 DeLuxe fertig ist.

Dann kamen aber einige Umstände zusammen.

  • Auf die AJS 31 DeLuxe hatte (habe) ich erst mal keine Lust und hab sie in die Ecke gestellt. Den Motor zu machen, nachdem ich Monate bzw. Jahre daran rumgeschraubt hatte nervte mich.
  • Für Jürgen erstelle ich gerade eine Web-Seite (www.Vintage-AJS.de). Als Entlohnung bot er mir an, einige Arbeiten an der 16er zu erledigen oder zu koordinieren. Also haben wir den Zylinder und Kolben abgebaut und er hat alles zusammen mit dem Zylinderkopf mitgenommen. Nebenbei bemerkt: der Kolben ist noch der originale in wire-wound Ausführung und sieh, genauso wie der Zylinder sehr gut aus. Eventuell reicht es den Zylinder zu honen und ein paar neue Kolbenringe einzubauen.
  • ein bisschen was zum Restaurieren nebenher braucht man immer.

Also habe ich die 16er auf die Hebebühne geschoben und erst mal ein paar Fotos gemacht. Davon kann man nie genug haben, wenn es an den Zusammenbau geht. In Zeiten von Digitalkameras und billigen Speicherpreisen ist das ja kein Problem mehr.
Dann wurde alles zerlegt und in Kisten verpackt. Somit zum typischen "Basket Case" (Nein, ich verkaufe sie nicht als solchen!).
Es zeigte sich, dass das Schwingenlager ersetzt werden muss. Seiten- und Längsspiel machen neue Lager notwendig. Die Gabel habe ich auch noch nicht vom vorderen Rahmenteil getrennt. Ein neues Steuerkopflager werde ich aber auf jeden Fall verwenden.

Die AJS 16MS Rahmenteile liegen bereit zur ReinigungDie Rahmen- und Blechteile werden nun zuerst mal gereinigt. Hierzu habe ich auf der Hebebühne mein Teilewaschbecken und eine Lampe aufgebaut.

Ich benutze als Reinigungsflüssigkeit normales Diesel (im Moment etwas teuer). Frühere Versuche mit Kaltreiniger ergaben sofort Kopfschmerzen und Hautreizungen. Markus benutzte in seinem Teilewaschbecken Bio-Diesel. Davon ist abzuraten, da der Bio-Diesel die Kunststoffteile der Pumpe zerstört.
Aber auch beim Betrieb mit Diesel sollte man entsprechende Schutzkleidung benutzen. Ich haben Säurefeste Handschuhe, die zugegebenermaßen etwas steif sind und eine Schutzmaske mit einem aufschraubbaren Filter gegen organische und anorganische Dämpfe (Schutzklasse A1B1E1K1). Eine Maske mit einem Filter reicht, da man beim Teilewaschen meist sitzt oder steht und nicht schwer atmen muss. Des weiteren ist eine Schutzbrille sinnvoll, da immer etwas Diesel herumspritzt.
Zum Reinigen der Teile habe ich mir einen Waschpinsel selbst gebaut. Einen preiswerten Rundpinsel habe ich in der Mitte mit einen 8mm Bohren aufgebohrt und ein ALU-Röhrchen (ca. 20cm lang) hinein gesteckt. Dann den Pumpenausgang mit einen durchsichtigen Benzinschlauch mit dem ALU-Röhrchen verbunden (gut gesichert durch Kabelbinder) fertig ist der Reinigungspinsel.

Nun, mit viel Zeit und Diesel werden zuerst alle Teile gereinigt und dann auf Funktion überprüft. Die Bestellliste für die Ersatzteile von Jampot Spares Ltd. ist auch schon recht lang.

AJS 16MS LuftfilterDie AJS ist als Exportmodell mit dem Pancake Luftfilter ausgeliefert worden. Dieser ist noch in sehr gutem Zustand. Der originale Aufkleber ist erhalten, nur innen ist er ein wenig ölig. Er wurde gereinigt und entfettet. Der Filtereinsatz ist ein gefaltetes Stahlgewebe, ähnlich einem K&N Filter. Er wird in Diesel ausgewaschen und mit neuem Filteröl versehen.

AJS 16MS TankObwohl die 31er auf der Hebebühne steht ist die Verlockung zu groß schon mal mit der 16er anzufangen. Also habe ich den Tank gereinigt, den Lack und Chrom poliert und von unten gestrichen. Nun geht er zum Entrosten und Innenbeschichten. Diese arbeit wird dieses mal außer Haus gegeben. Ansonsten sind die Plaketten, die Kniekissen und weitere Kleinteile schon einbaufertig.

AJS 16MS Auspuff mit LochBeim Krümmer reichte eine Chrompolitur, der Auspuff hatte jedoch zwei Durchrostungen und schon zwei Reparaturstellen, die von indonesischen Handwerkern erledigt wurden. Hier half Jan mit seinem neuen Schweißgerät. Nach dem verschleifen kommt ein wenig silberner Auspufflack drauf.

Die Restaurierung der 16 MS ist verlockend. Am liebsten würde ich sofort anfangen. Aber die 31 DeLuxe steht noch auf der Hebebühne und dann kommt erst die Blau-Silberne R100RS dran. Die muss zum Frühjahr wieder fit sein.

Also hab ich mal zwischendurch mit dem Smith Chronometric Tacho angefangen.

Smith ChronometricSmith Chronometric

Smith ChronometricDas Ziffernblatt war hoch gebogen (durch einen eingedrückten Tageskilometer-Rücksteller) und die Mechanik mit altem Fett verklebt. Der Funktionstest mit dem Akkuschrauber war unbefriedigend. Nach dem Aufschrauben des Tachos wurden der Chromring und die Scheibe gereinigt. Nachdem die Tachonadel (mit viel Kraft) abgezogen war und das Ziffernblatt demontiert war, wurde die Mechanik in ein Glas mit Waschbenzin eingelegt und mehrmals gespült. Zwischendurch wurde immer wieder das Benzin gewechselt. Ein Federkamm der Kilometer-Walze wurde wieder gerichtet (da hat einer wohl mal die KM verdreht) und die Lager mit Silikonöl geschmiert. Das Tachogehäuse wurde von innen auslackiert, damit die Ziffernblattbeleuchtung effektiver wird. Die Versuchung ist groß auch mal schnell das Tachogehäuse von außen zu lackieren. Dies würde aber meinen Restaurierungszielen widersprechen. Ich muss die Farbtöpfe verbannen.

Habe mal alle Dokumente gescannt die ich mit dem Motorrad mitbekommen habe. Einige konnte ich noch nicht eindeutig identifizieren. Ich werde mal versuchen zu indonesischen Clubkollegen Kontakt zu finden und die letzten Unklarheiten zu beseitigen.

Der eigentlich gute und originale Zustand (meine Frau beurteilt das zwar anders) definierten das Restaurierungsziel. So wenig wie möglich an der originalen Substanz verändern. Die Technik wird komplett überprüft und gegebenenfalls instand gesetzt. Alles wird gereinigt mit neuen Dichtungen und Filter versehen. Nichts wird aber neu lackiert, poliert oder verchromt. Roststellen bekommen nur chemischen Rostumwandler und ein wenig schwarze Farbe aufgetupft.

Die Crashbar, das Windschild und die Sitzbank werde ich erst mal nicht montieren. Ich will einen Einzelsattel anschrauben, der mir besser gefällt.

Paul hatte angefangen sie zu zerlegen und den Vergaser gemacht. Er war, genauso wie der Zylinderkopf und Zünd-Magnet, mit einem grünen Hammerschlaglack überzogen.
Ich habe sie erst mal in die Scheune geräumt und werde mich zunächst um die AJS 31 DeLuxe kümmern. Damit die auch mal auf die Straße kommt.

Indonesische Steuerplakette von 1962Ich habe mal angefangen die Historie der AJS 16 MS aus Indonesien aufzuarbeiten. Einige wenige Dokumente konnte ich aber noch nicht eindeutig zuordnen. Wenn jemand des Indonesischen mächtig ist bitte bei mir melden.
Sie wurde wahrscheinlich Mitte der 80er Jahre abgestellt und eingemottet.

  • August 1954 Ausgeliefert an Busken of Indonesia
    Wahrscheinlich an das Militär ausgeliefert, da der Zündmagnet, Zylinderkopf und Vergaser Hammerschlag-grün lackiert sind (waren).
  • 25.10.1959 Gekauft von Bujung
  • 25.06.1965 Besitzer Bujung Bagindo Chantis
    und im selben Jahr an  Sjardi verkauft
  • 1965 -1977 Versichert von Sjardi
  • 20.06.1981 Neuer Besitzer Wilhelm Moser, Padang/West Sumatra, Alter Besitzer Sjardi (gekauft für 120.000 Rupien ~ 50 Euro)
  • 24.11.1981 Kfz-Brief ausgestellt
  • 29.12.1981 Kennzeichenwechsel von BA 8200 auf BA 7015 ZT, wohl aufgrund einer Gebietsreform.
  • 21.02.2000 Verzollt von Wilhelm Moser (Zollwert 1000 DM)
    Irgendwann zwischen 2000 und 2007 ging sie in den Besitz von Harald Strehle über.
  • 16.03.2007 Gekauft von Paul Guse. Verkäufer Harald Strehle
  • 18.05.2007 Gekauft von Ralf Lehmann. Verkäufer Paul Guse
  • Mai 2008 Beginn der Restauration
  • Dez 2013 Abschluss der Restauration und TÜV Abnahme

AJS 16MS Rücklicht mit indonesischer AbdeckungMein AMOC Clubkollege Paul bot mir seinen Scheunenfund an, da er seine Zeit lieber mit Motorradfahren verbringen möchte als eine weitere zu restaurieren. Eigentlich suche ich eine Vorkriegs-AJS - aber da sie original & komplett (bis auf die Hupe) war und eine dokumentierte Historie hat, hab ich sie mal gekauft.

Im Bild die Nummernschildplatte mit Lucas-Rücklicht, der alten Nummer bis Dezember 1981 und dem Club-Badge des “Motor Club Djakarta” .
Darüber die spezielle verchromte Rücklichtabdeckung aus Messingguss. Diese war über das Rücklicht geschraubt und zeigt neben dem AJS Logo, indonesische Dekore an der Seite.