BMW R26 von 1957BMW R26 von 1957

Produktionsdatum: 14.11.1956
Fahrgestellnr.: 351xxx
Erstzulassung: 18.07.1957
gekauft am: 08.01.1998
km bei Kauf: 47.631

Ausführung:

Die BMW R 26 wurde am 14.11.1956 produziert und am 09.03.1957 an den BMW Importeur Drenowatz in Zürich ausgeliefert.Sie hat einen Einzelsattel und Doppelsitzbank vorhanden, Phonos-Auspuff, dig. Zusatztacho, vergrößerte Ölwanne, Batterie-Ladestecker, BMW-Leder-Tankrucksack

 


 

Die International Jampot Rally in Berg en Dal stand an. Und da wollte ich nicht unbedingt mit Heidi mitfahren. In Glückstadt vor zwei Jahren hatte ich die R26 dabei. Leider machte der Blitz-Vergaser seinem Namen keine Ehre – siehe weiter unten.

Die R26 bei der IJR 2016 in Berg en Dal

Also müsste die R26 fit gemacht werden. Im letzten Jahr hatte ich die vordere Bremse gemacht aber bei der Lima keinen Erfolg gehabt. Mein neuer Ansatz – eine neue Batterie kaufen und die AGM Batterie die bisher montiert war als Notstromversorgung im Tankrucksack mitführen. Damit habe ich bei Testfahrten immer genügend Power um noch ohne schieben nach Hause zu kommen.

Also zu Ulis gefahren um eine Batterie zu kaufen und auf Verdacht mal den alten Lima-Anker mitgenommen. Und siehe da – ich habe den letzten verfügbaren Anker bekommen. Es war das Belegexemplar von Heinz. Man muss auch mal Glück haben.

Neue Batterie und Anker für die R26

Mit der neuen Batterie unter dem Sitz und der AGM Batterie samt Anschlusskabel und Stecker im Tankrucksack könnten die Testfahrten beginnen.

Nun zum Vergaser

Anspringen tut sie gut. Zwei bis dreimal gekickt und sie läuft. Dann habe ich den Leerlauf kontrolliert und etwas nachgestellt. Das eigentliche Problem ist die Gasannahme. Beim schnellen aufziehen des Gashahns ist sie kurz vorm Absterben. Alle Versuche durch eine andere Hauptdüse samt höher gehängter Düsennadel führten zu keiner Änderung. Es war einfach nicht in den Griff zu bekommen. Sie lief einfach zu mager. Des Rätsels Lösung war der Schwimmerstand. Der 1/26/55 Vergaser hat einen 11 gr Schwimmer, der später auf 7 gr Schwimmer geändert wurde. Ich hatte vor längerer Zeit mal einen 7 gr Schwimmer eingebaut ohne mir über die Konsequenzen bewusst zu sein.

Ein schwererer Schwimmer benötigt mehr Benzin in der Schwimmerkammer um das Schwimmerventil zu schließen. Hieraus ergibt sich ein höherer Benzinstand in der Schwimmerkammer. Durch einen leichteren Schwimmer wird der Benzinstand abgesenkt.

Also habe ich wieder den 11 gr Schwimmer eingebaut und schon hat sie sauber Gas angenommen. Somit waren das Standgas und die Gasannahme OK.
Die Testfahrten brachten nun ein weiteres Problem zu Tage. Beim Schließen des Gashahns verharrt die Drehzahl bei ca. 2.000 U/min um dann nach einiger Zeit auf die Standgasdrehzahl abzufallen. Dies lässt auf eine temporäre Abmagerung des Gemischs schließen. De Vergaser wurde schon mehrmals Ultraschall gereinigt und sollte keine verschlossenen Kanäle oder Bohrungen haben.

Das scheint ein bekanntes Problem dieser Vergaser zu sein, wie mir berichtet wurde und eine Lösung ist nicht bekannt. Mir wurde ein /5 Vergaser mit Zentralschwimmer empfohlen.
Das habe ich erst mal verworfen. Für die zwei Ausfahrten bei der IJR war der Vergaser gut genug eingestellt. Und bei dem Lärm der AJSsen und Matchies hört man die erhöhte Drehzahl eh nicht.

 IJR 2016 - Auf der Fähre mit AJS und Matchless  IJR 2016 und die R26 mittendrin

Den neuen Anker habe ich erst mal nicht montiert mangels Zeit. Mit der Ersatzbatterie im Tankrucksack sollte es auch funktionieren zusammen mit einem Ladegerät und 50 m Kabeltrommel fürs Laden über Nacht.

Im Jahr 2015 habe ich nur wenig an der R26 gearbeitet. Ich kam eh nicht zum Moped fahren und die wenigen Male habe ich Heidi benutzt.

Allerdings habe ich an der vorderen Bremse den oberen gegen den unteren Bremsbacken getauscht. Schon haben sie nicht mehr gequietscht und die Bremswirkung ist sehr ordentlich. Da wurde bei den Schramms die Laufrichtung falsch herum angenommen. Ich hatte die Laufrichtung nicht eindeutig auf der Felge markiert.

Dann kam noch die Lima dran.
Leider waren und sind) neue Anker nicht lieferbar. So habe ich einen guten gebrauchten bei Ulis erstanden. Eine Abdrückschraube hatte ich mir bereits für die Demontage der R90S Lima angefertigt. Das hat leider nicht funktioniert. Die Abdrückschrauben für die Gleitlager-Motoren sind zu kurz. Also habe ich eine um 10 mm längere angefertigt. Damit ging es.

Lima Abdrückschrauben
Mein Anker hatte Schleifmarken an der Wicklung und sah insgesamt nicht mehr gut aus. Der Einbau den neuen, gebrauchten Ankers ging schnell von statten. Allerdings erst nachdem ich die Schlitzschrauben mit Knüttelkitt an den Schraubendreher geklebt hatte.

Schraube mit Knüttelkit fixiert
Leider hat es nicht den gewünschten Effekt gehabt – die Ladekontrollleuchte geht immer noch bei hohen Drehzahlen an. Also hat sich das Problem noch nicht gelöst.

Die Vergaser-Optimierung macht ohne eine sicher funktionierende Lima keinen Sinn. Da hierbei Vollgas gefahren werden muss wäre die Batterie sofort leer.

Also wurde alles Weitere auf 2016 vertagt.

Mal ein kleines Statusupdate von der R26.

Mit dem Bing Vergaser läuft sie einwandfrei.
Mittlerweile springt sie beim ersten Kick an. Bei der Leistung geht bestimmt noch etwas; die Versuche mit der Düsenoptimierung ist allerdings auf 2015 verschoben.

Vorderradbremse

Zunächst hatte ich das Vorderrad samt Bremsplatte zu Medidenta Schramm gegeben. Ich hatte noch die (selbst-)vernieteten Beläge drauf, die nur sehr mäßig bremsten.Es wurden neue Beläge aufgeklebt und auf das Bremstrommelmaß abgedreht. Die Bremstrommel selbst war OK und musste nicht ausgedreht werden.
Leider hatte ich nicht die Kanten gebrochen - also quietscht sie wie eine alte Dampflok.
Da muss ich nochmals ran...

Lima

Bei  höheren Drehzahlen fängt die Ladekontrollleuchte an zu glimmen. Das ist auch nicht so toll und kann zu einer leeren Batterie führen (und Moped-schieben).
Die Kohlen und Federn hatte ich mal auf die Schnelle getauscht. Hat aber auch zu keiner Verbesserung geführt. Da muss dann mal der Rotor auf die Drehmaschine und auf Rundlauf überprüft werden.
Da muss ich auch nochmals ran...

Ölwanne

Irgendwo kommt noch Öl raus und es gibt einen Tropfen auf den Boden. Das ist jetzt nicht tragisch - besonders im Hinblick auf meinen früheren Engländerinnen, aber unschön.
Da muss ich dann auch nochmals ran...

Langeweile wird es den Winter über somit nicht geben :-)

Den Blitz-Vergaser hat Ulis netter weise zurückgenommen und das Geld in voller Höhe erstattet. Das ist mal Kundenfreundlichkeit!

Die Probefahrt in Richtung Cafe Waldtraut gemacht.

  • Angesprungen ist sie gut (2 mal kicken)
  • Standgas OK
  • Beim Gas aufziehen zu mager (nachtupfen hilft)
  • 3ter Gang bis fast 80 km/h gezogen :-)
  • In Eppstein an der Ampel ist der Gaszug gerissen
  • Ende :-(

Jan hat mich dann mit dem kl. Hänger abgeholt und wieder nach Hause gebracht.

Die Zündkerze sah einwandfrei aus. Schon mal ein Vorteil für Bing.
Da Gasgeben sehr schwergängig war, habe ich mal die Vergaserfedern angeschaut und eine kleine Testreihe gemacht.
Hatte bei Ulis noch eine Neue geholt.

Aufbau mit Digitalwaage und die Federn (Eigengewicht Tara) jeweils 10mm komprimiert.
Siehe Bilder.

Messen der Federrate Bing Vergaserfedern für BMW R26

 Nr.  Ursprung D
 [mm] 
l
 [mm] 
d
 [mm] 

 Federrate 
 [gr/10mm] 

 Federrate 
[N/m]
1  bei Ulis 1998 gekauft 8 76 0,9 630 ~630
2  ursprüngliche Feder beim Kauf   8 88 0,85 514 ~514
3  bei Ulis 2014 gekauft 8 100 0,85 520 ~520
4  aus Jans Fundus 9 74 0,8 300 ~300

Also habe ich Feder 3 genommen und auf die Länge von Feder 1 gekürzt, damit die Feder-Vorspannung nicht so hoch ist.

Dann noch neuen Gaszug eingebaut (gut geschmiert) und die Verlegung geändert.
Zuvor war ich nur rechtsseitig. Jetzt komme ich von Links und tauche unter dem Rahmenrohr nach Rechts zum Vergaser. Geht schon viel leichter.

Jetzt muss noch der Vergaser eingestellt werden und dann zu ersten Testfahrt.
Habe mir schon weitere Hauptdüsen besorgt um eine Testreihe nach Hertweck zu machen.
Doch dazu später mehr.

Alle Arbeiten haben nicht wirklich zum entscheidenden Verbesserung geführt.

Der Blitzvergaser lässt sich nicht gescheit abstimmen. Sie führ schlechter als jemals zuvor. Nach nur 50 km mit 50..70 km/h war die Zündkerze wieder total verrußt.

R26 verrußte Zündkerze

Also muss ich es diesmal richtig angehen und nicht nur Teile tauschen.

Bevor ich aber den Blitz Vergaser zum laufen bringe, mache ich lieber den originalen Bing Vergaser.
Also habe ich ein wenig im BMW Einzylinder-Forum gestöbert und Informationen und Anregungen gefunden.

Hier nun die festgestellten Fehler:

  • Falsche Luft am Ansaugstutzen
  • Schwimmerventil undicht
  • Schwimmerkammerdeckel verzogen
  • ein Gewinde im ZylKo vom Ansaugstutzen kaputt

Habe dann am Wochenende mal ein wenig geschraubt.

  • Schwimmerkammerdeckel ist gerichtet. Hatte 0.4mm untergelegt. Ist ein wenig hoch. d.h. beim Einbau musste ich ihn sachte mit den Schrauben beiziehen.
  • Der Ansaugstutzen war zum ZylKo her krumm. Hab ihn abgedreht. Kann jetzt noch sein, dass er zum Vergaser her undicht ist.
  • Die Schwimmernadel ist eingeschliffen. Hab mal reingepustet bis die Backen fast geplatzt sind. Ging nichts durch. Auch der Tropfversuch mit Benzin im Stutzen war erfolgreich.
  • und beide Gewinde im ZylKo mit Einsätzen repariert.

R26 - Richten des Schwimmerkammer-Deckels R26 - abdrehen des Ansaugstutzens

Dann alles wieder zusammen gebaut und den Vergaser eingestellt.
Läuft im Stand recht gut. Und der Vergaser ist auch dicht.
Wenn ich diese Woche mal Zeit habe, wird eine Probefahrt gemacht.

 

Wie ich schon bei der Montage des Blitz-Vergasers gesehen hatte, war der ganze Ansaugstutzen von innen mit einem Belag von zum Teil verhärtetem, teils weichem Harz überzogen.
Die Vermutung lag nahe, dass der Ansaugkanal und das Ventil genauso aussahen.
Also habe ich den Kopf demontiert und die erwarteten Ablagerungen entdeckt.

R26 Einlass mit Belag R26 Einlass gereinigt und poliert

Auch der Brennraum und Kolben hatten einen dicken Ölkohle-Belag.

R26-Zylinderkopf verkohlt R26-Zylinderkopf mit Backofenreiniger R26-Zylinderkopf gereinigt

Das Überfüllen mit Motoröl hat ihr nicht wirklich gut getan (hatte mich mit meiner vergrößerten Ölwanne, bei der Füllmengen vertan).

Also Ventile demontiert und gereinigt. Die Harz-Ablagerungen entfernt und den Ansaugtrakt gereinigt und feingeschliffen. Die Ölkohle wurde mit Backofen-Reiniger entfernt. Dann die Ventile wieder leicht eingeschliffen und alles wieder montiert.

Der Vergaser bekam auch einen passenden (längeren) Gaszug und sicherheitshalber habe ich noch einen Benzinfilter montiert.

Von der IJR Zuhause angekommen bin ich gleich mal bei Ulis vorbeigefahren und habe eine elektronische Zündung für die R26 gekauft. In der Hoffnung auf besseres Startverhalten und kein Ärger mit den Zündkondensator mehr.

Elektronische Zündung für BMW R26 von Ulis Motorradladen Frankfurt
Der Einbau geht recht einfach und flott von statten. Genauso die Grundeinstellung.
Leider ergab sich nicht der gewünschte Effekt, des ganz einfachen Startens. Auch qualmte sie noch richtig.

BMW R26 mit originaler Kontaktzündung BMW R26 mit elektronische Zündung

Also muss ich doch an den Vergaser und den Einlass.

Der geneigte Leser wird sich fragen, wieso dieser Beitrag bei R26 steht und nicht bei F800R-Heidi oder gar bei AJS.
Nun ja, obwohl es die IJR 2014 in Glücksstadt des AJS & Matchless Owners Club war, bin ich mit R26 und Heidi angereist.

Da Heidi einfach läuft (Anlasser drücken und Spaß haben), sind die berichtenswerten Ereignisse bei der R26. Nachdem die erste Testfahrt mit dem Blitz-Vergaser sehr positiv lief, beschloss ich die R26 mit nach Glücksstadt zu nehmen. Sicherheitshalber ging Heidi mit, falls die R26 mucken würde.
Die Erfahrung bei der IJR in Polen zeigte, dass es doof ist, wenn mein Motorrad versagt und Sabine und ich gemeinsam auf der Zephyr fahren. Ist nur der halbe Spaß. Hieß natürlich auch, dass ich ein Anhängermonster für 3 Motorräder mieten musste.

In Glücksstadt angekommen sollte es gleich zu dem ersten Run gehen. Die R26 wollte aber nicht starten. Da ich 7 Stunden Fahrt mit dem überbreiten Anhänger hinter mir hatte, nahm ich Heidi. Dafür hatte ich sie ja mitgenommen.

Am nächsten Tag das gleiche Bild. R26 will nicht starten und ich fahr dann mit Heidi.

BMW R26 bei der International Jampot Rally 2014 in Glücksstadt

Den letzten Run wollte ich aber mit der R26 machen, da Jans Zünd-Magnet an der G12 CSR versagte war und ich ihm Heidi geben wollte.
Also neue Zündkerze rein (hatte eine mitgebracht) und schon lief sie. Die alte war total verölt und rabenschwarz.

Ich hatte ein wenig zu viel Motoröl in der R26. Dies zwar wieder etwas abgelassen, aber wohl nicht genug. Sie lief nun ganz gut (mit ein paar Startproblemen), qualmte aber wie ein alter Elbe-Dampfer.
Sagt's und nach der Fähre über die Elbe wollte sie gar nicht mehr anspringen.
Nach reinigen der Kerze startete sie kurz, ging aber sofort aus als ich Gas gab. Ja, Sprit war genügend drin.
Vermutung: Fliehkraftversteller der Zündung defekt, Vergaser total verstellt, Spritleitung verstopft.
Wie auch immer - R26 auf den Besenwagen-Anhänger und zu zweit auf der Zephyr weiter.

Zuhause wird sich der R26 genau angenommen.

Die Ursache für die dauernd gerissenen Gaszüge liegt wohl am Bing Vergaser. Restmengen Benzin verharzen am Gasschieber und verkleben ihn mit der Wandung. Irgendwann ist der Zug zu stark und der Nippel reisst ab. Als ich von der Schweiz zurück kam, war das Paket mit dem Blitzvergaser und die weiteren Gaszüge bereits beim Nachbarn abholbereit.

Der Einbau geht nicht ganz so leicht, wie in der beiliegenden Einbauanleitung des Vergasers angegeben ist.
Der Anschluss an den Ansaugstutzen wird mit einer Reduzierhülse angepasst. Der Vergaser sitzt nicht ganz so tief im Flansch wie beim Bing. Der Klemmring ist auch nicht so schön. Zum Luftfilter hin wird der Durchmesser mit einem Gummiring vergrößert. Dieser ist etwas zu groß - das heißt, es ist nicht ganz so leicht die Gummimuffe darüber zu schieben.

Das nächste Problem war der Gaszug. Die Innenseele ist zu kurz. Es fehlt das Seilzugspiel.
Erst nachdem  ich die Kontermutter der Seilzugverstellung entfernt hatte bekam ich ein minimales Spiel in den Zug.
Es scheint ein generelles Problem zu sein, da der beiliegende als auch alle beiden zusätzlich bestellten Gaszüge die gleiche Länge aufweisen.
Bei den Zügen für die Bing Vergaser ist die Innenseele zu lang, damit es mit dem Blitz-Vergaser funktioniert. Werde Ulis mal einen Hinweis geben.

Blitz-Vergaser am Anschlußflansch Flansch zum Luftfilter

Nun bekommt die R26 noch eine große Inspektion, da die letzte Inspektion schon ein wenig her ist. Auch wird sie gewaschen und der Chrom poliert.

Blitz VergaserDa wollt ich am Sonntagmorgen mal wieder mit der R26 fahren. Also raus geschoben gut getupft und den Gasgriff mal gedreht. Erst ging's schwer und dann ganz leicht. Schon war er gerissen.Also wieder in die Scheune geschoben und Heidi (BMW F800R) genommen.

Jetzt auf der Dienstreise in der Schweiz habe ich mal bei Ulis geschaut ob er Gaszüge vorrätig hat. Da fiel mein blick auf den Blitz Vergaser, der deutlich besser als der originale Bing sein soll. Da ich mit diese nie zufrieden war hab ich mich mal als online Kunde angemeldet und ein Vergaser samt einiger Gaszüge bestellt.

Was folgte war die Auftragsbestätigungen- Mail, der Rüffel, dass ich bereits Kunde bin (seit 30 Jahren) und mich nicht als Neukunde anmelden soll und der Anruf, dass man mir die bestellten Teile am Abend Zuhause vorbei bringen wollte. Wie gesagt ich bin auf Dienstreise, somit darf die Post zustellen und nicht die freundliche Mitarbeiterin von Ulis. Trotzdem ein guter Service der auch Kosten spart.
Jetzt bin ich in Erwartung des neuen Vergasers und der Testfahrten, die die bessere Funktion bestätigen müssen.

Nachdem ich die Probleme mit dem Zündkondensator und der Vergasereinstellung gelöst habe ist die R26 zu meinem liebsten Motorrad für dieses Jahr geworden. Ich nutze sie für jede mögliche Tour und Fahrt, soweit mit der 07er Nummer möglich.
Entsprechend wird sie gefordert, da, abgesehen von Markus' Ariel Model B, alle Mitfahrer deutlich stärkere Fahrzeuge haben. Vollgasfahrten kommen öfters vor.

An einem Sonntag im Juli, nachdem wir zwei Oldtimer-Veranstaltungen im Taunus besucht hatten und im Anschluss zu einem Motorradladen nach Frankfurt gefahren sind gab es beim Anfahren und im Teillastbereich schlagende Geräusche "von hinten".
Ein kurzer Stopp am Alleenring zeigte einen von der Hardyscheibe gelösten Stahlring. Dieser schliff an der Abdeckung und produzierte feinen Alu-Staub.
Da noch Reste der Nylon-Scheibe vorhanden war wurden die 10km bis nach Hause mit Tempo 80 über die Autobahn zurückgelegt.

Der gelöste Stahlring der Hardyscheibe

Die Abdeckung ist nach unten geschoben damit man das Problem besser sieht.

Zur Demontage muss man das Motorrad "von hinten" abbauen.
Also:

  • Schutzblech aufgeklappt
  • Hinterrad ausgebaut
  • Elektrik für Rücklicht abgeklemmt
  • Schutzblech ausgebaut
  • Bremsbeläge abgeklappt und Stoßdämpfer-Befestigungsschrauben gelöst
  • Schwingelagerbolzen raus geschraubt und Schwinge abgezogen

Alte und neue Hardyscheibe der BMW R26

Das Bild zeigt die alte und die neue Hardyscheibe.
Die neue Hardyscheibe besteht aus Gummi anstatt aus Nylon und ist bereits in den Stahlring gedrückt.

Der Zusammenbau geschieht in umgekehrter Reihenfolge und geht recht flott von der Hand.
Nun muss sich die neue Gummischeibe bewähren.

 

Nachdem der Kurbelwellen-Simmerring und der Simmerring der Getriebehauptwelle getauscht waren, ging es weiter mit den Testfahrten. Leider viel zu wenige.

Da ich seit der Restaurierung im Jahr99/00 noch keine 2000 km gefahren bin, hoffe ich noch immer auf eine höhere Endgeschwindigkeit. Nur der Zündkondensator macht wieder Mucken. Das Startverhalten ist gut, jedoch bei Vollgas bricht der Funken zusammen. Eine Messung mit dem Oszilloskop (im Stand) zeigte eine vorbildliche Zündkurve. Erst unter Vollgas und nach Erwärmung zeigen sich die Aussetzer.

Als nächstes werde ich mal wieder den Zündkondensator tauschen (habe diesmal einen von Bosch gekauft) und nebenbei die Ladespannung kontrollieren und ggfls. einstellen.

Bei den Testfahrten zur Vergaseroptimierung fuhr die R26 immer schlechter. Besonders bei Steigungen gab es massive Fehlzündungen und Leistungsverlust. Eine Tour durch den Taunus wurde zur Qual. Sab. musste mit 50 hinter mir herzockeln.
Sobald sie warm war, wurde es auch sehr schwer sie anzukicken.
Also ging es auf methodische Fehlersuche.
Die erste Vermutung, der Zündkondensator. Ich habe den Lima-Deckel abgeschraubt und das Kontaktfeuer betrachtet. Sah eigentlich ganz normal aus (keine Funken). Der Kondensator hatte auch erst 1600km auf dem Buckel. Aber bei der R26 wird es sehr heiß unter dem Lima-Deckel. Und das ist was, was Elkos nicht mögen. Also habe ich mal testweise einen anderen Kondensator angeschraubt (siehe Bild), da ich nicht den Fliehkraftversteller unnötigerweise abbauen wollte.

Zündkondensator an der R26

Der Fahrversuch bestätigte sofort, dass der eingebaute Zündkondensator defekt ist. Sie sprang mit dem anderen Kondensator sofort an und fuhr auch ohne Fehlzündungen. Also habe ich doch den Fleihkraftversteller abgebaut und den neuen Kondensator richtig montiert. Die Zündungseinstellung geht auch sehr flott, da es dynamisch mit einen Stroboskop erledigt wird.

Bei Uli's Motorradladen wurde der defekte Kondensator natürlich kulant gegen einen Neuen umgetauscht. Es ist immer wichtig die wesentlichen Ersatzteile vorrätig zu haben.

Bei der nächsten Probefahrt am folgenden Wochenende war es im dritten Gang möglich bis 87 km/h zu beschleunigen. Der Anschuss an den Vierten lies die Drehzahl aber so weit abfallen, dass keine gute Höchstgeschwindigkeit zustande kam (~ 96km/h). Erst bei Gefällen war eine Geschwindigkeit über 100 km/h möglich. Ein weiteres Resultat der, zugegebener maßen sehr strammen Testfahrt ist ein defekter Kurbelwellensimmerring. Die Reparatur werde ich bei Uli machen lassen, da ich zurzeit an der AJS 16MS arbeite und die Hebebühne belegt habe.

Nachdem die R26 grundsätzlich fährt habe ich ein paar anstehende Reparaturen erledigt.
Zwei Gewinde der Ölwannenbefestigung waren ausgerissen. M6 Gewinde in Alu hat man schneller überdreht als gedacht. Deshalb nehme ich immer immer einen Drehmomentschlüssel und ziehe sie mit 9,2 Nm an. Die Gewinde hab ich mit HeliCoil instand gesetzt. Glücklicherweise hat Markus das M6-Set gehabt und ich musste mir keins kaufen.

Operation an der R26

 

Auch gab es neue Dämpfer vorne. Hier kam mal wieder mein universeller Federspanner (mit einem R26 Adapter) zum Einsatz.
Der Zylinderkopf wurde nachgezogen und die Ventile eingestellt.

Beim Fahren hatte ich Aussetzer bei 3/4 Gas und Vollgas. Auch die Leistung war nicht zufriedenstellend. Ich habe einen R27-Kolben und ein Steuerkettenrad mit veränderten Steuerzeiten.
Also habe ich testweise einen 11gr. Schwimmer montiert anstatt dem 7gr. Schwimmer. Das hat keine merkbare Verbesserung gegeben.
Dann habe ich die Düsennadel in Position "4" gehängt (höher). Hier wurde der Durchzug deutlich besser.
Als nächstes werde ich mal die 120er Hauptdüse durch 125er oder 130er ersetzen und den Vollgas-Bereich testen.

 

Die provisorische Batterie, eine 10 Jahre alte, ungeladene 6V/4Ah Gel-Batterie aus einer alten Solarlampe funktionierte für die ersten Testfahrten schon ganz gut. Nur für die Hupe und das Abblend- und Fernlicht reichte der Strom nicht.

Einzelteile des BatteriepacksAlso habe ich bei Online-Batterien drei FIAMM Gel-Batterien 6V/3Ah bestellt. Diese Batterien können, wenn sie aus einer Charge stammen, bedenkenlos in reihe oder parallel geschaltet werden. Somit ergibt sich 6V/9Ah bei Parallelschaltung. Das sollte genug sein. Der originale Blei-Säure Akku hat 6V/11Ah.

Die Bauform passte leider nicht so recht. Daher habe ich zwei Holzbrettchen geschnitten und geschliffen. In dem oberen Brettchen sind zwei Schrauben von hinten eingesenkt. Diese werden als Batterieanschluss genutzt. Der eingebaute Batteriepack

Der montierte BatteriepackAlle Teile sind mit einem guten Doppelklebeband verbunden. Zusammen mit dem Gummi-Spannband ergibt das eine feste Packung.
Die elektrischen Anschlüsse sind mit einem ordentlichen Werkzeug (AMP ~ €80) verquetscht worden.

Der Einbau des Batteriepacks ist genau so wie beim originalen Akku. Batterie reinstellen, Spannband darüber und die Leitungen mit M6 Muttern befestigen.

R28 im Mai 2008Nach dem Debakel mit der AJS 31 DeLuxe hatte ich erst mal genug von ihr. Als Ersatz habe ich die R26 wiederbelebt - nach 6 Jahren Einlagerung.

Diese Jahre sind quasi Spurlos an ihr vorüber gegangen.

  • Eine Ölpfütze unter der Ölwanne signalisierte ein kleines Problem. Ein Gewinde der 10 Ölwannenschrauben ist defekt. Auf die Schnelle habe ich die Schraube mit Dichtmasse eingedreht. Am Feiertag wird das Gewinde mit HeliCoil richtig repariert.
  • Den Vergaser habe ich gereinigt und mit neuen Dichtungen versehen. War aber nicht sehr verdreckt.
  • Der Benzinschlauch sah ein wenig porös aus und wurde auch getauscht.
  • In der Erinnerung hatte ich noch Kontaktschwierigkeiten mit dem Zündnagel. Also die Kugeln getauscht und die Schleifkontakte gereinigt.
  • Eine neue Zündkerze und eine provisorische Batterie wurden auch noch eingebaut.
  • Der Luftdruck in den Reifen hatte sich auch nur ein wenig reduziert.

Benzinhahn auf, kurz getupft und drei Tritte - sie läuft.
Mit 6 Jahre altem Sprit und perfekt eingestellter Zündung (auf F eingestellt) hat sie einen wunderschönen Leerlauf.

Bei der ersten Fahrt um den Block bockte sie wie eine alte Kuh. Der Lenkungsdämpfer war zu stramm angezogen und die Dämpfer dämpften nicht. Somit gibt es noch einen Satz neue Dämpfer.

Auf den ersten Blick sah sie recht gut aus. Mit neuer Denfeld Sitzbank, ordentlichem Lack aber aufgeklebter Zierlinie.
Nach Umbau auf Einzelsattel, Anbau des originalen Rücklicht und einer kleinen Inspektion nahm ich an einer Oldtimer Rallye im Taunus teil. Dort musste ich sie mit kapitalem Motor- , Zündungs- und Vergaserschaden abstellen.
Es zeigte sich, dass die R26 ein klassischer Blender ist. Stucki konnte dies nicht wissen, da er die R26 in Zahlung genommen hatte und die Defekte erst bei kompletter Demontage von Motor und Getriebe zu sehen waren.

Die Restauration wurde im Winter 98/99 erledigt. Rekordzeit im Vergleich zur /5. Dafür wurden aber viele Arbeiten von Firmen erledigt.
Nach kleinen Nacharbeiten im Winter 99/00 ist die R26 nun sehr zuverlässig und standfest. Nur bei der Elektrik muss ich nochmals ran. Der Zündschlüssel hat einen Wackler (die Kugel im Schaft ist verschlissen) und das Ladekabel ist locker.

Nachdem ich die R75/5 fertig restauriert hatte war ich auf der Suche nach einem älteren Motorrad. Es sollte auch eine BMW sein, da die Teile sehr gut verfügbar sind und es sollte deutlich weniger Hubraum als die /5 haben.
Bei 2Rad-Stucki in Schmerikon (CH) fand mein Freund Remo die R26. Nach telefonischer Rücksprache mit mir kaufte er sie für mich und transportierte sie nach Deutschland.