BMW R100RS von 1978BMW R100RS von 1978

Produktionsdatum: Januar 1978
Fahrgestellnr.: 6088xxxR100RS
Erstzulassung: 15.04.1980
gekauft am: 14.04.2000
km bei Kauf: 80.159

Ausführung:

Die BMW R 100 RS wurde im Januar 1978 produziert. Weitere Details lassen sich leider nicht mehr ermitteln, da die Auslieferungsbücher nicht vollständig sind. Schweizer Modell, S-Sitzbank, Krauser Koffersatz, Scheibenbremse hinten, Gussräder, Speziallenker, Wirth Gabelfedern, Koni Stoßdämpfer, dig. Zusatztacho, Öltemperatur-Messstab

 


 

Das Projekt liegt nun schon seit Jahren auf Eis. Allerdings überlege ich immer mal wieder, wie sie ausschauen soll.
Das hat dazu geführt, dass ich nun doch nicht den Flight-Cap Tankverschluss benutzen werde, sondern einen Monza-Tankverschluss. Für den Flight-Cap Verschluss hatte ich gleich einen Abnehmer gefunden.

Auch hat sich beim Vorderbau mehr Klarheit ergeben. Ich werde einen großen Vorderradkotflügel benutzen. Dies um dem Trend der immer kleineren Kotflügel etwas entgegenzusetzen. Glücklicherweise habe ich auf der Veterama einen /6 Behördenkotflügel für kleines Geld gefunden.
Nun suche ich noch die untere Kotflügelstrebe. Bitte anbieten falls Ihr eine Kotflügelstrebe für mich habt.

Einen Gutschein und Sonderangebote habe ich genutzt um die Spiegel und Lenkergewichte auf Lager zu legen. Die Spiegel werden an den Lenkerenden an den Gewichten montiert.
Das sollte eine gute Sicht nach hinten geben.

 

Hier nun ein paar Bilder von den Teilen für den R100RS Umbau

Da ich nun doch keine K-Gabel einbaue wird die bestehende etwas verbessert.

Die Tauchrohre sind komplett überholt. Oben kommt eine Grigat Gabelbrücke dran.

BMW Grigat Gabelbrücke

Über dem Schutzblech wird der bekannte Telefix benutzt.

BMW Telefix

Damit sollte die Gabel gut genug sein.

Der originale Tank wird auf eine Flight Cap Tankverschluss umgerüstet. Der bestehende Tankdeckel ist nicht mehr der Beste.

Flight Cap Tankdeckel

Da ein digitales Cockpit benutzt wird ist die Tachowelle überflüssig. Ins Getriebe kommt ein Alu-Drehteil mit Lüftungsschlauch Anschluss.
Die Zeichnung dazu befindet sich im Download-Bereich.

BMW Getriebe-Entlüftung

Die originalen Blinker werden von Kellermann-Modellen ersetzt. Diese enthalten auch das Stand- und Rücklicht.

Kellermann Blinker

Die Vergaser bekommen K&N Nachbau Luftfilter

Luftfilter

Der Motor bekommt eine neue Motorabdeckung, da der Luftfilterkasten nicht mehr gebraucht wird.

BMW 2V Motorabdeckung

...und es gibt auch noch Ersatz für die zwei 6V Zündspulen durch ein PVL Modell mit Zündgeschirr

BMW PVL Zündspule

Jetzt sind fast drei Jahre vergangen und der geneigte Leser könnte denken es ist noch nichts passiert...

Aber weit gefehlt!

OK, die meiste (Moped-)Zeit ging erst mal in die Restaurierung von Aischa (AJS 16MS).

Außerdem musste die Goldene ihren hinteren Bremsflüssigkeitsbehälter an die Blau-Silberne abtreten. Dieser war undicht geworden.
Als deren Gabel klemmte wurde der Goldenen auch noch beide Gabelbeine geraubt.

Dafür liegen mittlerweile zwei überholte Gabelbeine bereit. Auch neue Lenkkopflager, die Grigat-Brücke und Telefix-Gabelstabis warten auf den Einbau. Des weiteren zwei verschieden Fußrastenanlagen (Raask und ??), Lampenhalter etc.
Einen Gasgriff mit 16mm HBZ gab es auf der Veterama und weitere Teile wie Schwingenlager, Stahlflex-Leitungen, einteiliger Gaszug mit Verteiler und Alu-Abdeckhaube aus dem 2-Ventiler Forum wurden geordert.

So langsam werden also alle Teile für den Umbau zusammengetragen und evtl. beginne ich 2011 mit den Arbeiten.

Dauert also nicht mehr lange!

Mit dem Kauf der Blau-Silbernen R100RS kann die Goldene der ursprünglichen Bestimmung zugeführt werden. Als Basis für einen Sport-Umbau.

Das heißt jetzt nicht Motortuning um jeden Preis; hier kann man sehr schnell sehr viel Geld versenken, sondern Verbesserung des Fahrwerks mit seinen Komponenten und erst dann kommt der Motor dran. Also bessere Bremsen, verwindungssteife Gabel, Gewichtsreduzierung und leicht sportlich Sitzhaltung.

Bremsen & Gabel:
Hier werde ich mich um eine K-Gabel (K1, K100-16V, K1100) samt Vierkolben-Bremsanlage bemühen. Diese hatte ich bei der K1 und war damit sehr zufrieden.

Gewichtsreduzierung:
Das Ziel ist nicht auf unter 200 kg (fahrfertig) zu kommen, da es zu Aufwendig und teuer wird. Für den Ersatz der RS-Verkleidung hatte ich die Auswahl zwischen einer Ducati S2- und MHR-Verkleidung. Beide liegen bei mir auf dem Kuhstall (Werkstatt) rum und warten auf eine Verwendung. Ich entschied mich für die S2-Verkleidung, da die Form und der untere Spoiler ähnlich der RS-Verkleidung ist. Gut – sehr viel Gewicht wird es nicht sparen, aber auf eine Verkleidung möchte ich nicht verzichten. Die BMW-Armaturen werden durch einen digitalen Tacho mit Analogzeiger, dem originalen Drehzahlmesser, Öltemperatur-Anzeige und evtl. Voltmeter ersetzt. Diese werden verkleidungsfest montiert.

Sportliche Sitzhaltung:
Oberstes Ziel ist hier eine bequeme Haltung. Wenn ich es richtig sportlich haben will, kann ich mit der Duc S2 fahren. Nach einer halben Stunde mit ihr tun mir alle Knochen weh. Also einen flachen Lenker, zurückgelegte Fussrasten, nur etwas höher und eine verkürzte Sitzbank mit gutem Halt.

Motor & Getriebe
Hier wird zunächst nichts zur Leistungssteigerung gemacht, da er sehr gut dreht und spontan Gas annimmt. Nur die Öltemperatur muss gesenkt werden, da sie nach kurzer (flotter) Fahrt auf 120°C ansteigt.
Im Juli habe ich einen neuen Bremssattel gekauft (ca. €200), da der Alte durch die Hitze völlig unbrauchbar geworden ist. Neue Bremsbeläge und die Kunststoffkappe sind Bestandteil des Bremssattels und müssen nicht separat bestellt werden.
Das Ganze eingebaut, die Bremse entlüftet und... es geht nicht.

Durch den Überdruck der kochenden Bremsflüssigkeit wurden die Dichtungen des Bremszylinders zerstört. Da ich noch einen Reparatursatz hatte (siehe oben) schnell den Zylinder ausgebaut und... der Kolben geht nicht raus.

Also im Internet geforscht und die richtige Demontagemethode gesucht.
Man braucht einen Hammer und einen Nagel mit einem Durchmesser kleiner 3mm. Ein kräftiger Schlage von hinten über den Nagel auf den Bremskolben und er fliegt raus.
Für die Montage brauch es eine passende Nuss. Mit dieser wird der neue Sicherungsring wieder eingeschlagen.

Das Entlüften ist etwas aufwendig und musste in mehreren Schritten erfolgen, bis der Bremssattel komplett Luftleer war.

Zuerst der Hinweis zum Einstellen der vorderen Pendelsattelbremsen:
Das im BMW Werkstatthandbuch beschriebene Verfahren mit Strichmarkierungen auf der Bremsscheibe und dem Beurteilen des Tragbilds ist ungenau und aufwendig.
Die Methode, gefunden auf der Website http://home-1.worldonline.nl/~barendsn/uk_klauw.htm (diese Seite ist nicht mehr online), beschreibt einen einfachen und einleuchtenden Weg.

Sinngemäß steht dort:
- Den Bremshebel leicht ziehen, bis die Beläge die Scheibe berühren.
- Nun den Exzenterbolzen drehen und einen erhöhten Druck auf den Bremshebel geben.
- An der Stelle, wo sich der Bremshebel am weitesten ziehen lässt ist die optimale Position des Exzenterbolzens gefunden und die Beläge tragen mit der größten Fläche.


...nun zur Bozen Tour:
Samstag früh ging’s los. Wir haben uns auf der Raststätte Gräfenhausen getroffen. Beim losfahren kippte Sab. mit der Kawa um...


Yamaha Drag Star kaputtBei Durlach ging es auf die Landstraße. Nach Bretten streikte Le Michis Drag Star. Sie hatte keine Batteriespannung.
Also das Moped angeschoben und in Tuttlingen am Samstag Nachmittag eine neue Batterie besorgt. Das ging bis Spaichingen gut. Nach dem Tanken sprang sie nicht mehr an. Also doch Lima oder Regler kaputt. Als AvD Schutzbriefinhaber wurde die Yamaha zum nächsten Händler gebracht und er bekam einen Mietwagen. Für Le Michi war die Tour nun vorbei. :-(
(Es war der Regler. 192€ mit Einbau.)

Mittlerweile war es schon nach halb-6. Remo der von Wollerau zu Manfreds Bikermühle fuhr, unserem Etappenziel, hatte diese schon erreicht. Uns trennten noch gute 2 Stunden fahrt.
Ca. 10km vor dem Ziel für die R100RS komisch. Das Motorgeräusch hörte sich nach 5.000 - 6.000 Umdrehungen an, der Drehzahlmesser zeigte jedoch nur 3.000. Ich dachte zunächst an den Ausfall eines Zylinders, aber als ich vor einer Schikane am Ortseingang von Wangen die Kupplung zog, stand sie abrupt.
Die hintere Bremsscheibe war rotglühend, die Plastikabdeckung der Bremszange schmolz und war kurz davor sich zu entzünden. Auch in den linken Seitenkoffer schmolz es zwei Löcher.

BMW R100RS bei der Bozen TourEigentlich wollte ich hier aufhören. Moped abstellen, nach Hause fahren und den Anhänger holen. Aber Jan hat den Druck im Bremssystem abgelassen. Dann ging’s zur Bikermühle. Und nach einem Abendessen, nach 12 Stunden auf dem Bock und Dauerregen sah die Welt nicht mehr so schlimm aus. Also die Tour weitergefahren.
Am nächsten Tag, nach weiteren 10 Stunden im Regen haben wir Bozen erreicht.

Bei BMW in Bozen kannte man das Problem mit den fest-gehenden Bremsen. Es tritt meist auf wenn ein alter Bremssattel mit einem neuen Reparatursatz instand gesetzt wird und dabei der Bremszylinder nicht um 1/10 aufgerieben wird. Er neigt dann zum Klemmen mit dem bekannten Ergebnis.

Nach vier Tagen in Süd-Tirol ging es regenfrei in den Schwarzwald nach Hinterzarten ins Gästehaus Ketterer. Zwei Tage später dann wieder regenfrei nach Hause.

Der erste Fahrversuch war enttäuschend. Die Bremsleistung sehr bescheiden. Da ich aber schon vor längerer Zeit neue Beläge eingebaut hatte, diese aber nie “eingebremst” wurden, lag das Problem hier. Eine Fahrt nach Frankfurt mit ein paar Vollbremsungen vor den Ampeln löste das Problem. Sie bremst nun wie am ersten Tag. :-)
Dieses Jahr soll’s mit der R100RS nach Bozen gehen. Grund genug die hintere Bremse instand zu setzten. Also Reparatursatz für den Hauptbremszylinder (HBZ) gekauft und losgelegt. Dummerweise war alles so angepilzt, dass ich zum Ausbau des HBZ die Schwinge ausbauen musste. Der Auspuff lies sich auch nur mit der Flamme und Kraft trenne. Der HBZ lies sich leider gar nicht mehr trennen (Bolzen des Anlenkhebels). Also gab es noch einen neuen HBZ für 86 Euro.
Eigentlich sollte es mit der RS nach Bozen gehen. Zusammen mit einer anderen RS auf dem Anhänger. Da der Anhänger das Format einer Fritten-Bude hatte, die Auflaufbremse nicht richtig funktionierte und ringsum Harley-Davidson darauf stand habe ich davon Abstand genommen. So kam die Clubman zum Zuge.

Mit neuen Reifen (Bridgestone BT45), neuen Bremsen, neuen Gabelfedern und neuen Stoßdämpfern ging es zur ersten Testfahrt.
Nach ca. 20 km war ein glänzender, klebriger Streifen rechts an dem Hinterreifen.
Dieser schleifte an der Schwinge. So was kann eigentlich gar nicht passieren, da bei der Kardan-BMW der Abstand nicht verändert werden kann.
Der Vergleich mit einem Metzeler in der selben Größe (4.00 18) ergab, dass der Bridgestone über einen cm breiter ist.

Dann begann die Telefonodyssee.
Bridgestone sagte, da gibt es bei BMW einen speziellen Ring der dazwischen gehört. Beim Reifenhändler hatte man noch nie einen schleifenden Hinterreifen bei einer BMW gehabt und bei BMW wusste man von gar nichts.
Glücklicherweise hatte Bridgestone eine BMW-Teilenummer für den Ring.
Bei BMW habe ich die Hülse (BMW Bezeichnung) dann einfach mal bestellt (für ca. €9) und geschaut was kommt.
Der Behelfskatalog gab dann die Lösung.
Die Hülse ist der rechte Druckring auf das Radlager. Den gibt es in 9,2 mm und in 10,7 mm. Die Teilenummer (36 31 2 301 737) gehörte zu dem 10,7 mm Druckring.
Diesen habe ich dann eingebaut und das Problem war behoben.

Ergänzung 2008:
Zunächst sollte man den metrischen Hinterradreifen einsetzen, dieser ist etwas schmäler als der zöllige. Für diese Kombination gibt es eine Reifenfreigabe von Bridgestone, die Ausdrücklich auf den Druckring hinweist. Die Freigabe findet Ihr im Download-Bereich.

Nun steht die R100RS auf der Hebebühne.
Die Räder, Batterie, Tank und Sitzbank sind demontiert.

Auch habe ich entschieden, dass die Räder nicht Kunststoffbeschichtet werden. Ein wenig Felgensilber aus der Spraydose muss genügen. Wie würde das sonst aussehen. Perfekte Felgen und der Rest ist verranzt.
Nun geht es los: Die RS wird Fit gemacht. Aber nur Fahrwerksmässig. Der Motor bleibt verschont und die Gammel-Optik erhalten. Habe erst mal in Bremsscheiben, -beläge und -schläuche, Gabelfedern und Kleinteile investiert.
Da das Scheunendach gerade erneuert wird und danach diese aufgeräumt und gereinigt werden muss, dauert der Einbau noch ein wenig.
Wenn das geschafft ist gibt’s noch ein paar neue Reifen und dann geht das los mit dem Ventildeckelschleifen.
Die R100RS ist doch eigentlich mein bestes Motorrad. Obwohl sie am rattigsten ist und fast keine Wartung braucht ist sie immer zur Stelle, wenn die Anderen versagen. Auch wenn sie 6 Monate stand, spring sie sofort an. Und fährt, fährt, fährt, ...
Im August 2002 hatte ich Lust ein wenig mit ihr zu fahren. Somit habe ich die hintere Bremse nun doch mit WD40 gangbar gemacht und den Bremssattel entlüftet. Nun bremst das Moped wieder. Damit die Bremsen jedoch mega-mäßig funktionieren braucht es neue Scheiben, Beläge und Leitungen.
Nach einer kleinen Inspektion fährt sie nun einwandfrei.
Nun ja, fast einwandfrei, da die hintere Bremse nicht so funktioniert wie von BMW vorgesehen. Die Kompression ist auf einem Zylinder an der Verschleißgrenze, an dem anderen Zylinder unterhalb der Grenze. Und Tacho-Tuning hat sie auch noch. Er zeigt immer zw. 20 - 60 km/h zu viel an. Werde wohl einen digitalen Tacho montieren.

Diese Motorrad ist immer dann meine Wahl, wenn das Wetter schlecht und die Gefahr eines Sturzes recht hoch ist. Durch die große Verkleidung und die montierten Koffer ist ein Wegrutschen in der Kurve relativ ungefährlich.

Eine Restaurierung ist nicht geplant. Nur die Bremsen müssen ein wenig “verbessert” werden.

Eine R100RS zu besitzen war ein Wunsch seit meiner Jugendzeit. Damals war sie da imponierendste und modernste Motorrad für mich. Die Verkleidung und 200 km/h Spitzengeschwindigkeit hatten es mir angetan. Ich schaffte es aber zu dieser Zeit nicht einmal zu einem Moped.

Mein Freund Remo rief mich aus der Schweiz an und erzählte mir von einer goldenen R100RS in stark gebrauchtem Zustand die bei 2Rad-Stucki zum Verkauf steht. Für eine Spezialpreis könnte ich sie bekommen.
Ich lies mir den Fahrzeugausweis zufaxen. Prüfte diesen und lies mir nochmals versichern, dass der Kaufpreis in DM war und nicht Schweizer Franken.
Da ich sie auch nicht gleich abholen musste hatte ich mal wieder ein Motorrad per Telefon gekauft.